Kartenzustand richtig einschätzen
Der Zustand ist der Faktor, bei dem die meisten sich selbst betrügen, und gleichzeitig der, für den es die schlechtesten Daten gibt.
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Die fünf Stufen
Cardmarket kennt fünf Stufen. Sie sind nicht genormt, sondern Selbsteinschätzung des Verkäufers, und genau deshalb weichen zwei Angebote mit derselben Beschriftung sichtbar voneinander ab.
| Stufe | Kürzel | Woran du sie erkennst |
|---|---|---|
| Near Mint | NM | wie neu, höchstens minimale Randabnutzung bei genauem Hinsehen |
| Excellent | EX | leichte Gebrauchsspuren, kleine weiße Stellen am Rand, keine Knicke |
| Good | GD | deutliche Randabnutzung oder leichte Oberflächenkratzer, klar sichtbar |
| Played | PL | starke Abnutzung, Knicke möglich, Karte ist erkennbar gespielt |
| Poor | PO | Wasserschaden, Risse, starke Knicke, teils nicht mehr turniertauglich |
Prüfe im Gegenlicht, nicht auf dem Tisch
Die meisten Schäden sind auf einer flach liegenden Karte unsichtbar. Halte sie schräg gegen eine Lichtquelle und kippe sie langsam. Dann treten Oberflächenkratzer, Druckstellen und die berüchtigten Whitening-Kanten hervor.
Schau auf beide Seiten. Bei Pokémon-Karten ist die Rückseite mit ihrem dunklen Rand der empfindlichste Teil: dort fällt jede weiße Ecke sofort auf, während sie auf der Vorderseite verschwindet.
- Ecken: weiße Stellen, Stauchungen, abgerundete Kanten
- Ränder: durchgehendes Whitening auf der Rückseite
- Oberfläche: Kratzer, die im Gegenlicht als Linien erscheinen
- Zentrierung: ungleich breite Ränder, mindert vor allem den Grading-Wert
- Wölbung: Holo- und Reverse-Karten wellen sich mit der Zeit
Was der Zustand kostet, und warum wir es nicht genau wissen
Cardmarkets Preisguide schlüsselt den Zustand nicht auf. Alle veröffentlichten Werte beziehen sich auf Near Mint, und es gibt keine offizielle Reihe, aus der sich ein Abschlag für Excellent oder Good ableiten ließe.
Was in der Sammlergemeinschaft kursiert, sind Faustregeln. Wir verwenden sie im Tausch-Check, weil ohne sie gar keine Aussage möglich wäre, und wir kennzeichnen sie im Ergebnis ausdrücklich als Richtwerte. Sie sind die größte einzelne Ungenauigkeit in jedem Urteil, das wir ausgeben.
| Zustand | Richtwert | Status |
|---|---|---|
| Near Mint | 100 % | Bezugsgröße aller veröffentlichten Preise |
| Excellent | 85 % | Konvention, nicht gemessen |
| Good | 70 % | Konvention, nicht gemessen |
| Played | 50 % | Konvention, nicht gemessen |
| Poor | 30 % | Konvention, nicht gemessen |
Sei streng mit dir selbst
Die verbreitetste Selbsttäuschung ist, eine Karte als Near Mint einzustufen, weil sie nie gespielt wurde. Direkt aus dem Booster heißt nicht neuwertig: Schnittkanten, Druckstellen und Zentrierungsfehler entstehen in der Produktion.
Wer beim Tausch großzügig mit dem eigenen Zustand und streng mit dem des anderen ist, bekommt ein Urteil, das rechnerisch stimmt und praktisch falsch ist. Im Zweifel eine Stufe tiefer einordnen. Das kostet dich ein paar Prozent und erspart den Streit nach dem Auspacken.
Häufige Fragen
- Was bedeutet Near Mint genau?
- Praktisch neuwertig: keine sichtbaren Knicke, keine Kratzer im Gegenlicht, höchstens minimale Randabnutzung, die man suchen muss. Alle veröffentlichten Kartenpreise beziehen sich auf diesen Zustand.
- Wie viel Wert verliert eine gespielte Karte?
- Als Faustregel etwa die Hälfte gegenüber Near Mint. Das ist eine Konvention aus der Sammlergemeinschaft und keine Messung: Cardmarkets Preisguide schlüsselt den Zustand nicht auf, es gibt also keine offizielle Reihe, aus der sich ein Abschlag ableiten ließe.
- Was ist Whitening?
- Weiße Stellen an Kanten und Ecken, wo die dunkle Deckschicht abgerieben ist. Bei Pokémon-Karten fällt das auf der Rückseite mit ihrem blauen Rand besonders auf und ist der häufigste Grund, warum eine Karte kein Near Mint mehr ist.
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Nachschlagen statt nachlesen
Alle Begriffe kurz erklärt findest du im Lexikon. Was Preisdex tatsächlich an Daten hat und wo die Lücken sind, steht im Datenstatus.